Peering Internet Vodafone in Deutschland

Seit dem Bekanntwerden im November 2025 von Vodafones neuer Peering-Strategie in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Inter.link spürt man Ende Februar 2026 immer noch nichts davon.

Wie seht ihr das? Habt ihr an den Latenzen was bemerken können?

Laut dem BGP-Protokoll hängt AS3209 immer noch an öffentlichen IX. Der Artikel von heise-online: Vodafone verlässt öffentliche Internetknoten | heise online

Da wird auch nicht von jetzt auf gleich umgesetzt, sondern dauert einige Zeit, wenn nicht sogar Jahre.

Vodafone hat schon viele eigene Peerings mit großen Anbieter ( MS, Meta, Google usw. ), da wird sich sicherlich erst mal nichts ändern, aber die wollen die Kapazitäten am De-CIX massiv reduzieren und die anderen Peeringpartner entsprechend zur Kassen bieten.

Die Umstellung hat bereits begonnen. Ich habe vor ein paar Wochen einen MTR gesehen, wo der Traffic über Inter.link läuft.

Die DTAG ist auch am DE-CIX vertreten. Wichtig ist an der Stelle die dazugehörige Peering Policy/Konfiguration.

Sicherlich nicht ad-hoc. Aber da wird man vermutlich erstmal in Verhandlungen treten. Weil der Impac doch sicherlich für alle ein anderer ist wie an einem IX wie Berlin.

Dei Frage ist eher, ob die Ankündigung von Vodafone bei den großen Hyper-Skaler überhaupt Gehör finden, wenn Vodafone androht, direktes Peering anzuschalten und über einen externen Dienstleister abwickeln will und dafür Kosten anfallen. Das kann sich Vodafone garnicht erlauben, denen vor den Kopf zu treten. Vodafone ist für die nur einer von vielen Netzbetreiber, das sind ja nicht nur MS, Google, Meta und AWS sondern vor allem die großen CDN-Anbieter, worüber die großen Streamingplattformen laufen und gewaltige Datenmengen produzieren.

Ich sehe schon den YouTube Banner

“Diese Website funktioniert mit Vodafone leider nicht richtig. Steige jetzt zu einem richtigen Internetanbieter um.”

Die großen Anbieter werden sich einen Dreck um Vodafone kümmern. Vodafone kann es sich nicht erlauben die Anbieter auszusperren, ohne sich damit selbst ins Knie zu schießen. Leidtragende werden die kleineren Anbieter sein, die nahezu keinen Verhandlungsdruck gegenüber Vodafone aufbauen können. :frowning:

Leidtragende werden am Ende die Kunden sein.

Ob mein ISP mit einem Anbieter direktes Peering hat oder nicht, ist mir als Endkunde ehrlich gesagt erst einmal egal. Wichtig ist für mich, dass die Inhalte schnell und zuverlässig laden.

Unabhängig davon ist Vodafone nun wirklich kein „kleiner“ oder unbedeutender ISP. Wenn man sich die Vodafone Group anschaut, sieht man schnell, dass das Unternehmen nicht nur in Deutschland aktiv ist, sondern in vielen weiteren EU-Ländern und darüber hinaus weltweit vertreten ist. Das verschafft natürlich eine ganz andere Verhandlungsposition gegenüber Content-Anbietern.

Hinzu kommt, dass Liberty Global insbesondere in den USA eine durchaus große Rolle spielt. Auch dort ist also entsprechendes Gewicht im Markt vorhanden.

Insgesamt besteht damit schon eine gewisse Marktmacht gegenüber Content-Anbietern. Im Ansatz würde ich das durchaus mit der Deutsche Telekom AG vergleichen.

Das ist ja genau der Punkt.

Gerade die Telekom hat ja ja bezüglich des Peerings mit externen Anbietern nicht den besten Ruf - ich kanns nicht beurteilen, weil kein Telekomkunde.

Für dich ist also wichtig, dass dein Anbieter

  1. möglichst direktes Peering mit Content Providern hat
  2. möglichst viel Bandbreite an den Peering-Points hat

Sonst drohen Verbindungen langsam und verzögert zu werden.

Wo glaubst du jetzt, wo es wahrscheinlicher ist, dass dein Anbieter obige Voraussetzungen erfüllen kann:

  • beim DE-CIX, dem weltweit größten Knotenpunktbetreiber
  • bei inter.link, die privates Peering anbieten, bei denen eine zusätzliche Gebühr anfällt